Dies ist nur ein Gravatar

Meiner Mutter habe ich früher immer gesagt, dass ich mal Chefin werde. Im traditionellen Sinn bin ich das nie geworden. Dafür Chefin meines Lebens. Das ist großartig, denn ich kann machen was ich will! Zum Beispiel am Meer wohnen. Oder mit Johanna und Christian an Projekten arbeiten. In unserem Mini-Schwarm bringt jeder das ein, was er/sie am besten kann. Ich haue bei Soulsites in die Tastatur und berate Dich, wenn Du Fragen zu Text & Content hast. Außerdem entwickle ich mit Johanna einen Kurs für Mütter, die ein eigenes Online-Business starten wollen. Denn Mamis sind die besten Chefs der Welt!

Dazu solltest Du 1x pro Woche einen neuen Beitrag posten. Deiner Meinung nach fehlt es Dir jedoch an Erfahrung und Know-How?

Keine Sorge, Du musst kein Goethe sein, um gute Texte fürs Web zu schreiben! Mit ein paar einfachen Tricks schaffst auch Du es, Leser zu begeistern.

In diesem Artikel zeige ich Dir wie Du…

… Deinen Schreibfluss in Gang bringst

… Texte strukturierst

… Deinen Text so überarbeitest, dass er einfach zu lesen ist

Du kannst danach problemlos Deinen ersten Beitrag verfassen. Ich freue mich, wenn Du mir Deinen Artikel-Link in die Kommentare postest!

Können wir loslegen?

 

Schritt 1: Preparation is everything!

Aus meiner Zeit als Bedienung in einem hektischen Irish-Pub ist mir ein Satz meines Chefs hängengeblieben:

Preparation is everything!

Gläser aufstellen, Besteck vorbereiten, Getränke auffüllen. Das alles, bevor die Gäste eintrudeln.

Diese einfache und wichtige Lektion gilt nicht nur für übervolle Kneipen, sondern auch fürs Schreiben:

Je besser Du vorbereitet bist, desto produktiver arbeitest Du.

  • Um Deinen Schreibstil zu verbessern solltest Du konsequent üben, also Dich langfristig vorbereiten.
  • Für einen konkreten Artikel reicht es, wenn Du Dich hinsetzt und einige Punkte beachtest, bevor Du anfängst.

 

Langfristiges Vorbereiten: Üben, Üben, Üben

Unter langfristigem Vorbereiten meine ich, dass Du konsequent übst und dadurch Deine Fähigkeiten als Schreiber*in verbesserst. Dazu gehört, dass Du anfängst zu lesen. Und zwar möglichst alles, was Dir unter die Finger kommt.

Lies Bücher, Blogartikel, Reklame, ja sogar die Beschreibung vom Duschgel.

Lesen ist die Grundvoraussetzung für einen guten Schreibstil.

Am Anfang reicht es, wenn Du alles über Dein Thema liest und Dich mit Deiner Zielgruppe vertraut machst. Letzteres, weil jede Zielgruppe eine eigene Ansprache verlangt (mehr zum Thema Zielgruppe weiter unten).

Lesen ist Dein Goldesel!

Neben Lesen verbessert eine weitere Übung Deine Texte: Regelmäßiges Schreiben!

Täglich 20-30 Minuten bringen Dir schon nach kurzer Zeit deutliche Erfolge.

Damit Du in einen Rhythmus kommst, empfehle ich Dir, jeden Tag zur selben Zeit zu schreiben. Zum Beispiel kurz nach dem Frühstück oder bevor Du ins Bett gehst.

Du kannst schnulzige Tagebucheinträge verfassen oder über amerikanische Außenpolitik sinnieren. Schreib, wonach Dir der Sinn steht.

Zensier Dich dabei nicht. Du musst die Texte hinterher nicht lesen oder korrigieren. Hauptsache ist, dass Du in einen regelmäßigen Schreibfluss kommst.

Das ist wie beim Sport. Du trainierst Deinen Schreibmuskel. Dein Vokabular erweitert sich und irgendwann verbessert sich auch Dein Schreibstil.

 

Kurzfriste Vorbereitungen

Kurzfristige Vorbereitungen sind solche, die Du triffst, bevor Du Dich an einen konkreten Artikel setzt. Damit kannst Du jetzt gleich anfangen und Stück für Stück die folgenden Abschnitte durcharbeiten.

 

Was willst Du sagen? 1-Stock-Pitch

Ein Elevators-Pitch ist ein Ausdruck aus der Businesswelt. Deine Idee soll so formuliert sein, dass Du diese kurz und knapp im Aufzug erklären kannst.

Im Fall eines Blogthemas, sollte dafür 1 Stockwerk reichen.

Du musst in der Lage sein, Dein Thema in einen Satz zu packen.

Und das so überzeugend rüberbringen, dass Deine Leser*innen mit Dir aus dem Aufzug steigen, obwohl sie weiter oben arbeiten.

Dieser Satz ist gleichzeitig Deine Überschrift bzw. Dein Titel.

 

Der erste Eindruck zählt: Überschrift & Textanfang

Die Überschrift ist zentral. Deine Überschrift ist zeitgleich Link und wird in der Google-Suche angezeigt. Wenn diese nicht gut ist, kannst Du sehr sehr lange auf Klicks warten. Unendlich lange. Jahre!!! Gib alles beim Titel!

Du hast hier zwei Möglichkeiten: Entweder Du feilst wie wild schon zu Beginn an Deiner Überschrift und richtest den Text danach aus, oder Du schreibst erst den Text und polierst dann den Titel.

Auch wenn Du die Überschrift erst zum Schluss bearbeitest, ist diese zentral. Von hier aus gestaltest Du Deinen ganzen Text. Wenn Dir zu Beginn keine schnittige Formulierung einfällt, denk Dir erst einmal einen Arbeitstitel aus.

Eine Überschrift ist ein Versprechen. Ob Du dieses einhalten kannst, beweist Du Deinen Leser*innen gleich zu Anfang Deines Posts. Im ersten Abschnitt.

Wie erreichst Du das? Indem Du einen Mehrwert bietest! Das kann spezielles Wissen oder ein unterhaltsamer Text sein.

Überleg Dir, was Du anzubieten hast und dann gib es her.

Hab keine Angst davor, dass Du danach mit leeren Händen dastehst. Wenn jemand von Deinem Blog überzeugt ist, macht Dich das zu einer vertrauenswürdigen Person und es wird Dir hinterher leichter fallen, Leser zu Kunden zu machen!

Dabei wichtig: Pack Deinen Mehrwert an den Anfang Deines Blogposts. Hier steht, was der Leser von Deinem Text erwarten kann (geh zurück an meinen Textanfang. Ich hab Dir ganz genau beschrieben, wie ich Dir beim Schreiben auf die Sprünge helfe)

Warum? Ein kleiner Exkurs:

 

Menschen lesen online anders.

Bücherlesern kann man eine Menge zutrauen. Oft leihen mir Freunde Bücher mit dem Satz: „Du musst Dich durch die ersten 30 Seiten quälen, danach wird’s spannend.“

Man stelle sich das bei einem Blogartikel vor!

Fakt ist, dass online Texte oft nicht gelesen, sondern gescannt werden.

Hier ein guter Artikel von Jacob Nielsen dazu

Dabei nimmt die Aufmerksamkeit von oben nach unten hin ab. Für Dich als Schreiberling bedeutet das, dass Du die wichtigsten Infos an den Anfang des Textes packen solltest. Zentrale Aussagen kannst Du auch fett hervorheben (so wie ich das eben gemacht habe).

Bisher wurden Texte zwischen 300-1500 Worten als optimal betrachtet. Neuere Studien wie die Studie zum Leseverhalten von usability.de machen die Textlänge jedoch abhängig von der Lesemotivation und dem Aufbau des Textes. Demnach werden nicht nur kurze, sondern auch längere Artikel gelesen. Wenn ich ein Thema interessant finde, bevorzuge ich lange Artikel ebenfalls. Aber nur dann, wenn diese wertvolle Infos enthalten. Stelle ich nach einem Artikel fest, dass ich für mich Nützliches rausziehen konnte, melde ich mich im Newsletter an.

Merksatz: Wichtiges an den Anfang UND (*bimmel für Aufmerksamkeit*) IN DIE ÜBERSCHRIFT!

Ausgehend von Überschrift und Textanfang, folgt der nächste wichtige Schritt: Die Struktur.

 

Gib mir Struktur, Baby!

Das A und O eines guten Artikels ist (neben der Überschrift!!), dass Du ihn klar strukturierst. Du willst Deine Leser*innen an der Hand durch Deinen Inhalt führen.

Wie eben angerissen, ist die Aufmerksamkeitsspanne beim Lesen online kurz. Nutze dieses Wissen beim Textaufbau. Zerteil Inhalte in kleine Häppchen. Abschnitte sind dafür ein super Mittel. Wenn Du Deinen Text in Sinnzusammenhänge unterteilst, ordnest Du nicht nur Deine Gedanken, sondern auch die der Leser. Auch Aufzählungen eigenen sich hervorragen.

Doch wie erstellst Du eine solche Gliederung? Indem Du recherchierst und Dir einen Überblick über das Thema verschaffst.

 

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Recherche und Gliederung

Webseiten, Bücher, eigene Erfahrungen. Je nachdem wie tief Du in ein Thema eintauchen möchtest, kannst Du entweder online nach Informationen suchen oder Dich einlesen.

Lies Dir seriöse Blogs durch und notier Dir Punkte, die Du als wichtig empfindest.

Schreib dabei von Anfang mit Deinen eigenen Worten und kopiere nicht!

Wenn Deine Liste fertig ist, bringst Du Ordnung in die Stichpunkte. Hier ein Beispiel:

Dein Thema ist Essgewohnheiten und Du hast Folgendes notiert:

  • Bewusst Essen ist gesund
  • Kauen hilft bei der Verdauung
  • Das Auge isst mit
  • Fernsehen beim Essen ist ungesund

Aus diesen Punkten kannst Du jetzt Oberthemen machen.

Z.B.

 

Oberthema 1: Eine angenehme Atmosphäre schaffen

– das Auge ist mit

– Keine Ablenkung wie z.B. Fernsehen

Oberthema 2: Richtig Essen

– Bewusst Essen

– 30 mal kauen hilft beim Verdauen

 

Wenn Du die Oberthemen und die dazugehörigen Unterpunkte aufgeschrieben hast, kann es mit dem eigentlichen Schreiben losgehen! Naja, fast!

Bevor Du loslegst, musst Du natürlich wissen, für wen Du schreibst!

 

Enemenemuh: Wer bin ich und wer bist Du?

Um was geht es? Um Deine Zielgruppe…und um Dich!

Du kannst einen großartigen Artikel schreiben. Wenn Du die falsche Zielgruppe ansprichst, kannst Du den Text in die Tonne kicken.

Die Stimmung des Textes, der Ton und die Ansprache richten sich nach Deiner Zielgruppe.

Du muss sozusagen in deren Hirn klettern. Wissen, was diese beschäftigt.

Beispiel: Wenn Deine Zielgruppe Rentner sind, denen Du ein Kochbuch anpreisen willst, kannst Du nicht schreiben:

Und weißt Du was? Du lernst auch, wie Du eine Tomatensuppe kochst!“

Umgekehrt geht es nicht, Hipster mit einem solchen Satz anzusprechen:

Für die besondere Gaumenfreude bieten wir Ihnen das Rezept auf S.8.“

 

Genauso wichtig wie Deine Zielgruppe, bist Du.

Je persönlicher Dein Blog bzw. Dein Produkt, desto wichtiger ist es, dass Du Dich selbst in den Text einbringst.

Dazu gehört auch, in der ersten Person zu schreiben.

Wenn Du von Dir selbst sprichst, bietest Du Identifikationsmöglichkeiten und zeigst, dass Du hinter dem was Du tust auch stehst. Sollte Dir das unangenehm sein, kannst Du allgemeiner vom „wir“ sprechen oder ganz objektiv „man“ einsetzen und das Passiv verwenden. Das hängt u.a. von Deinem Thema und Deiner Zielgruppe ab.

Damit sind die wichtigsten Vorbereitungen abgeschlossen! Du scharrst wahrscheinlich schon ungeduldig mit den Hufen. Dann lass uns mit dem Schreiben anfangen!

 

Schritt 2: Lass es los und sein

Wenn die Struktur steht, dann heißt es losschreiben. Wenn Du die obigen Schritte befolgt hast, wird das ein Kinderspiel/ Vergnügen!

Da Du bereits eine Gliederung mit Hilfe der Zwischenüberschriften hast, musst Du lediglich die Lücken ausfüllen.

Mach Dir keine Gedanken darüber wie Du schreibst. Rechtschreibprüfung und der ganze Kram kommt hinterher. Jetzt geht es erst einmal darum, dass Du alles ausspuckst, was Du über das Thema aufgesogen hast. Schreib, schreib, schreib als wärs Dein letzter Beitrag auf Erden. Und dann….

 

….Ruhe in Frieden

Nachdem Du Alles gegeben hast, ist es Zeit, dass Du Dich von Deinem Text verabschiedest. Halt! Nicht löschen! Ich meine, speicher ab und schließ Dein Schreibprogramm. Und dann geh Schwimmen. Oder Kuchenessen.

Du kannst einen Tag warten oder eine ganze Woche. Hauptsache Du gewinnst erst einmal Abstand vom Text.

Wenn Du am nächsten Tag noch einmal durchliest, was Du geschrieben hast, wirst Du erstaunt sein, wie gut (oder eben schlecht) manche Passagen klingen. Du wirst bei einigen Stellen denken: Mamamia! Das hört sich ja richtig professionell an! Für alle anderen Passagen heißt es: Ran ans bearbeiten.

 

Schritt 3: Jetzt kommt die Bastelei

Wenn Du alles auf Papier gebracht hast, kommt die Feinarbeit.

Sag viel mit wenig Worten.

Alles Unwichtige und Schnörkelige fliegt raus. Dein Leitsatz sollte lauten:

In einem Text würde ich die Sätze auf maximal 15-20 Worte pro Satz beschränken. Das wird Dir auch ein SEO-Tool wie Yoast in WordPress sonst anprangern.

Weitere Regeln:

  • Vermeide Wiederholungen
  • Adjektive und Attribute spärlich einsetzen
  • Schreib aktiv, also verwende Verben statt Substantive
  • Wenn Du ein Komma siehst, überlege, ob Du es durch einen Punkt ersetzen kannst
  • Einfache Sprache, keine technischen Begriffe
  • Gliederungspunkte sind hilfreich um Wichtiges zu verdeutlichen („Using Bullet Points and Lists“ von Catherine S. Hibbard)

Solltest Du an einer Stelle merken, dass Du Dich verhedderst hast, geh zurück zu Deiner Überschrift, überleg ob das, was Du geschrieben hast relevant ist, und wenn nicht: Schmeiß es raus!

(Falls Du es nicht ganz löschen möchtest, kopiere es in ein anderes Dokument. Manchmal kommen beim Schreiben Ideen für weitere Blogartikel, die Du später recyceln kannst.)

 

Zurück zum Anfang und Formatieren

Wenn Du fertig bist, geht es zurück zur Headline. Verwende mindestens die Hälfte Deiner Schreibarbeit dazu, um an Deiner Überschrift zu basteln.

Denk daran: Die Überschrift ist in den meisten Fällen der Linktitel. Sprich, dass was bei den Google-Ergebnissen auftaucht. Kein Wischiwaschi hier. Du willst den Leser ansprechen. Er soll gleich merken, dass da 1A Infos auf ihn warten. Der Titel soll wie ein Angelhaken sein, der den Leser schnappt und ihn dazu bringt auf Deinen Link zu klicken.

Lass Dich von Seiten inspirieren, die Du selbst gerne liest, wenn Du Probleme hast eine geeignete Überschrift zu finden.

Wenn Dir Zweifel kommen, schick Deine drei besten Titel an Freunde und frag nach deren Meinung. Mit der Zeit bekommst Du ein Gespür für das, was Leser*innen anspricht.

Nützlich ist, wenn Du den Text am Schluss noch einmal laut liest.

Wo Du stolperst, musst Du nochmal nachhaken.

Ganz am Ende kommt das Formatieren. Hier gibt es ein weiteres Universum an Tipps, denen Du folgen kannst. Einen Artikel zu Schriftarten findest Du beispielsweise hier: Die gefühlte Lesbarkeit von Martin Liebig

Und das wars auch schon! Ich hoffe, dass ich Dir weiterhelfen konnte und Du gerade stolz vor Deinem ersten Text sitzt.

Fertige Artikel, Fragen und Anregungen/ Ergänzungen kannst Du mir gerne als Kommentar hinterlassen.

Bis bald an Ort und Stelle

Silke

 

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